Alles muss raus!

Die letzten Wochen verliefen ganz nach dem Motto: Alles muss raus. Zu allererst haben wir das komplett offene Boot ein paar Tage regengeschützt stehen lassen, damit der Innenraum durchtrocknen kann.

Dann haben wir mit dem Motor angefangen. Unser Motor ist ein alter Sabb GG, ein 1 Zylinder Dieselmotor mit 10 Ps (knapp 200 Kilo). Im Vorfeld haben wir uns sehr viele Gedanken zur ganzen Aktion gemacht und so ging diese relativ zügig. Wir haben uns zwei Kettenzüge ausgeliehen, und dann den Motor damit aus dem Fundament gehoben. Mit extra Seilen und starker Mannes- und Bullikraft wurde der Motor vorsichtig aus dem Boot gehoben und auf eine Europalette gestellt. Dort wartet er nun auf seine Überholung und Wartung, sodass er hoffentlich bald wieder eingebaut werden kann. Ebenso muss eine neue Motorsteuerung angeschlossen werden. Das Motorfundament war etwas widerspenstiger, da die meisten Bolzen stark verrostet sind. Also steht da auch noch eine Überholung an. 

Weiter ging es dann mit den Borddurchbrüchen und Schläuchen achtern. Auch dort haben wir kurzen Prozess gemacht und zur Flex gegriffen. Abenteuerliche Dinge sind zum Vorschein getreten. Die Wasserabläufe vom Laufdeck und die vom Cockpit wurden zusammen in ein Seeventil geführt. Dieses sah stark laienhaft zusammengeschweißt aus, eine lebensgefährliche Sache. Auch die Welle mit der Buchse wurden in ein Epoxiblock gegossen. All das muss erneuert werden, da wir nicht wissen, wie es darunter aussieht. 

Ebenso ging es im Salon weiter. Mit dem Multimaster haben wir sämtliche Innenverkleidungen abgenommen und mit der Flex das Laminat abgeschliffen. Auch die einlaminierten Tanks, die unser Boot hatte, haben wir rausgetrennt, denn leider waren diese Tanks für uns nicht zugänglich genug. Den Rahmen von dem Wassertank im Vorschiff haben wir gelassen, da dort unser neuer Tank rein soll. Den zweiten Wassertank unter der Sitzbank auf Steuerbord war überflüssig und der Dieseltank soll an eine andere Stelle. Man muss sich vorstellen, dass das Laminat im Ausbau gute 15 mm dick ist. Wahnsinn wie damals die Boote gebaut wurden! 

Auch auf dem Deck ging es voran, die Fenster konnten wir ohne Probleme ausbauen. Die Gummiprofile sind wahrscheinlich eh nicht mehr dicht gewesen, und werden zukünftig mit einer anderen stabileren Konstruktion ersetzt werden. Ebenso sind die Scheiben noch aus Glas, also möchten wir diese mit gutem Plexiglas ersetzen. Die vordere Decksluke haben wir abgebaut, sämtliche Beschläge sind abgekommen und den Mastfuß haben wir abgeschraubt. Das Cockpitsüll ging leichter als gedacht heil abzuschrauben, denn dieses wollen wir wieder aufarbeiten und weiter nutzen. Das Ruder haben wir auch gezogen, damit wir uns einen besseren Überblick verschaffen konnten.Nur der Decksbelag muss noch abgeschält werden.

Im Anschluss mussten wir die komplette Bilge reinigen, dafür nutzen wir mehrere Liter Verdünnung um sämtliche Verunreinigungen (Öl, Diesel, Dreck) zu beseitigen. Aber auch das kann sich wieder einigermaßen sehen lassen. 

Weiter können wir behaupten, das wir zur Zeit viele schlaflose Nächte haben, an denen wir uns den Kopf über unseren Innenausbau zerbrechen. Grade der Niedergang macht uns noch etwas Sorgen. 

Aber dennoch wurden wir mit jeder Kleinigkeit, die von Bord geflogen ist, immer glücklicher über unsere Yacht, denn ihre ganze Grundsubstanz ist immer noch einwandfrei. Das Deck gibt an keiner Stelle nach, der Rumpf weist keinerlei Beschädigungen auf und auch die Kielbolzen sehen problemlos aus. Wir haben also genau das Boot bekommen, dass wir uns so lange gewünscht haben! 

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