Besser, als auf den ersten Blick!

24.01.20 (Freitag)

Jetzt mussten wir einfach nochmal nach unserem Boot schauen. Nach der Arbeit ging es los in den Baumarkt und wir kauften eine kleine Bootsplane um zu verhindern, dass bis zu unserer Abholung das Boot noch weiteren Schaden nimmt. Die ganze Woche war das Boot bei uns nun Gesprächsthema Nummer eins! Nachdem wir die ersten Bilder bei Facebook hochgeladen hatten und in dem Post auch von unserem Plan berichteten, dass wir zukünftig und nach dem Abschluss des Refits auf unserer Yacht leben wollen, kam viel gute Resonanz! Über Nacht gab es über 150 Likes und mehrere Kommentare. Es meldeten sich auch viele Leute aus der Szene, die uns Details zu unserer Yacht nennen konnten. Wir waren total baff und hätten eher erwartet, dass viele Leute uns das Projekt ausreden wollen würden.

“Wenn ihr wollt, könnt ihr gerne meine Tauchpumpe benutzen”!

Nachdem wir bei unserem Boot ankamen, und wir die Leiter hochgestiegen waren, kam der Besitzer des Grundstücks und begrüßte uns mit diesen oben genannten Worten. Wir nahmen das Angebot dankend an, denn wir hatten nur einen Eimer dabei und wollten das Boot eigentlich damit leer schöpfen . Die Pumpe würde das Bestimmt einfacher machen. Während ich die Luke öffnete und die Steckschotten auf die Sitzbänke legte versuchte Luisa währenddessen die Wasserabläufe gangbar zu machen. Diese waren garnicht so einfach auszumachen in dem Tümpel an Deck.

Wasser marsch! Die Pumpe springt an und ein gewaltiger Wasserstrahl kommt aus dem Ende des Schlauches heraus. Nach und nach sinkt der Wasserspiegel in der Kajüte. Mein Blick schweift durch die Kajüte und diesmal sehe ich das Boot auf einmal mit etwas anderen Augen. Als wir uns das erste Mal das Boot von Innen angesehen haben, hat man viel auch einfach nicht gesehen, nach dem nun das Wasser nach und nach aber aus dem Boot verschwindet, sieht man, dass es vielen Teilen des Innenausbaus eigentlich noch sehr gut geht! Im unterem Teil des Schiffes ist eine GFK-Schale. Auf diesem stehen dann alle Schränke, Schotten und so weiter. Wir hatten wohl großes Glück! Das Wasser stand nicht höher als eben diese GFK-Schale! Vielleicht lässt sich doch noch einiges mit geringerem Aufwand retten als ursprünglich gedacht!

Nach ca. 15 min ist das Boot leergepumpt. Zum ersten mal gucke ich mir unser Boot nun genauer an. Der erste Eindruck: Echt nicht so dramatisch und kaputt wie zuerst vermutet! Genaueres kann man wohl erst sagen, wenn wir uns jede Ecke mal vorgenommen haben. Aber wir haben nun deutlich mehr Hoffnung, dass uns doch weniger Arbeit erwartet als gedacht. Ich mache nach und nach die Schapps auf und staune immer wieder vor mich hin. “Boah Wahnsinn” kommt es bei jeder neuen Entdeckung aus mir herraus. Es ist echt traurig. Wenn man sich den Inhalt der Schapps ansieht, fragt man sich, wie die scheinbar gerade frisch gewaschenen und sorgfältig gefalteten Handtücher zu dem Rest des Bootes passen. In der Kajüte riecht es nämlich eher nach altem gesunkenem Kutter. Und so sieht es auch ein bisschen aus.

Wir bekommen das schon wieder hin. Da sind wir uns sicher und voller Tatendrang! Wir organisieren jetzt einen Transport zu uns nach Flensburg und planen dann einmal alles, nach einer ausgiebigen Reinigung, von vorne bis hinten alles durch!


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